altem Adel, in die wir ſie verheiraten können und die keine Ausſteuer und kein Heiratsgut verlangt.“ Die Generalin ſann lange nach. Immer düſterer
nurden die Wolken auf ihrer Stirn, immer trüber wur⸗
den ihre fonſt ſo ſchönen klaren Augen, und endlich frug ſie leiſe:
„Und Brandach?“
Hat für ſeinen einzigen Sohn um Anna gewor⸗ ben, ohne nach etwas Anderem zu fragen.“
„Du haſt ganz recht, er will zwiſchen uns, und be⸗ nutzt die Gelegenheit, ſich in unſere Familie zu drängen und ein altes echtes Reis auf ſein grünes Holz zu pfro⸗ pfen,— aber wir können es ihm nicht wehren! Denn in ſeinen Händen ſind die größten Hypotheken auf Har⸗ dersberg, und ein Wort von ihm bringt mich auf den Bettelſtab. Er iſt reich, der Herr von Brandach, und iſt Anna erſt ſeine Schwiegertochter, ſo iſt unſere Ehre ge⸗ ſichert, und wenn auch Hans rinſt nicht veich wird, ſo ſoll doch kein Flecken die Ehre des Hauſes ſchänden, und das Stammſchloß bleibt in der Familie. Brandach iſt reich, ſehr reich,— und Geld verleiht zwar, wie Du richtig be⸗ merkteſt, nicht den Adel, aber es gibt Macht.“
Der Freiherr ſchwieg und blickte nachdenklich zu der alten Dame hinüber, in deren Zügen ein tiefer Schmerz zu leſen war. Es zuckte und rang in ihr, als wollte ſie


