Frieda betrachtete ihn mit theilnahmvollem Blicke— dem ſahen alle ſeine Sorgen und Calamitäten aus den tiefen Furchen in Geſicht und Stirn und aus den erbleichten Haaren, die, auch nur ſpärlich noch, das ſonſt ſo ſtolze und ſiegesgewiſſe Haupt des alten Huſaren zierten.
„Grüß Dich Gott, Frieda“, ſagte der Freiherr, ihr die Hand reichend, und bemühte ſich zu lächeln,„wir ſind alt geworden, nicht wahr, Alte?— Na, das thut nichts, die Herzen ſind noch jung und ſollen nicht ver⸗ alten, ſo lange das Blut noch rinnt und in den Adern pulſirt. Was thuſt Du denn, liebe Alte, immer noch den ganzen Tag Grillen fangen?“—
„Hahaha, wenn ich nur nicht ſelber gefangen wäre, und feſt ſäße, wie die Fliege im Netze, ich wollte Euch noch Allen etwas aufzurathen geben. Da es aber nun einmal ſo iſt, na— muß ich denn ſchon ſtill ſitzen und fange meine Grillen oder auch nicht. Denn ſeitdem Du mir eine ſo liebliche Sorgenſcheuche hergeſchickt haſt, da trauen ſie ſich nicht mehr recht heran— und Anna iſt dadurch die ſchönſte Frende meines Lebensabends ge⸗ worden.“
„Das freut mich herzlich, Frieda, daß Dir die Anna Dein Leiden tapfer ertragen hilft, und es zeugt


