Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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lia— ich habe ihn gefangen!— Dein Vater hat ihn gefangen! Ophelia— er kommt heute Abend!“

Die Thüre flog auf und Ophelia ließ ihren Vater eintreten, obgleich ihre Toilette noch nicht beendet war, und dem Kammermädchen winkend, blieb ſie mit dem Freudeſtrahlenden allein.

„Wer kommt, mein Vater?“—

„Was Du thuſt fragen wunderlich, meine Toch⸗ ter?— Wer wird kommen?— Wer weiter wird kom⸗ men, als wen Du haſt gewünſcht— der Herr von Har⸗ der, Dein zukünftiger Gemal.“

Ophelia zuckte jäh zuſammen. Eine glühende Röthe übergoß ihre Züge bis auf die Schultern hernie⸗ der, und bebend die Hand ihres Vaters ergreifend, frug ſie athemlos:„Sprich, ſprich, hat er ſich erklärt, ohne noch mich zu kennen?— Hat er um meine Hand ge⸗ worben, ohne mir vorgeſtellt zu ſein?— Das wäre ſchreckich.— Oder haſt Du vielleicht gar— nein, nein, das wäre ja entſetzlicher noch als entſetzlich.“— 33

„Was haſt Du, was willſt Du, was iſt Dir?— Glaubſt Du, daß Dein alter Vater iſt geworden zum Narren und bietet ſein einziges, ſein ſchönes, angebetetes Kind einem Officier an, der nichts hat, als ſeinen Na⸗ men und eine Freiherrnkrone, welcher Plunder heut zu Tage ſchon wird fortgeworfen ſo viel, daß ein ehrliche