Teil eines Werkes 
4. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*

27

Er ſah das wohl und fühlte es auch zuweilen— allein ſchon herrſchte in ſeinem verkohlten Innern keine Willenskraft, keine ſelbſtſtändige Energie mehr. Nur noch die grenzenloſeſte Gleichgiltigkeit blickte aus den hohlen Augen, die der raffinirteſte Genuß, die höchſte Nervenerſchütterung kaum noch für einige Stunden ver⸗ jagen konnte, um ſie nachher natürlich doppelt erſchöpft zurückkommen zu ſehen.

Wie eine wandelnde Leiche ſchritt der Spieler Hans von Harder umher, intereſſelos für Alles. Er ſpielte, weil er Geld bedurfte und ſein Compagnon ihn dazu drängte, er betrog die Eingewanderten aus Ge⸗ wohnheit und achtete doch das, was er gewonnen hatte, nicht höher als die Kieſelſteine, über die ſein Fuß acht⸗ los hinwegſchritt.—

Da trat er eines Abends wieder an ſeinen gewöhn⸗ lichen Platz am Spieltiſche, um den ſich die Gelddürſti⸗ gen bereits in Fülle ſchaarten,— um doch immer nur zu verlieren. Ihm gegenüber hatte ſich ein Fremder im einfachen Ueberrocke niedergeſetzt, der ein Goldſtück poin⸗ tirte und verlor. Ruhig wagte er ein neues— verlor wieder— und wieder— beobachtete aber dabei genau und ſcharf Spiel und Karten des Bankhalters. Plötzlich ſprang er empor, riß die Karten an ſich und donnerte dem Erſchrockenen: falſches Spiel! entgegen.