Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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und wogte es in ſeiner Bruſt, bauten ſich Pläne und zerfielen wieder, verdammte er ſich ſelber und ſein Leben, das ihn in ſolchen Zwieſpalt gebracht hatte, und fand doch immer keinen Weg, demſelben zu ent⸗ kommen.

Endlich erhob man ſich vom Tiſche. Die Zeit war Hans als eine halbe Ewigkeit erſchienen, und da ſich die Damen zurückziehen wollten, empfahl auch er ſich ſogleich.

Komm bald wieder, Herr von Harder, bat Eugenie, ihm die Hand reichend, die er ehrerbietig an die Lippen zog.

Dann empfahl er ſich Frau von Welling und dem Major, der ihn mit ernſtem Blicke gleichſam noch einmal warnen zu wollen ſchien, jedoch ihn mit keinem Worte zurückhielt.

Vielleicht ahnte er, was in der Seele des jun⸗ gen Mannes vorging, und wollte die Klärung durch kein Wort ſtören; ſtand er ja doch ſchützend neben ſeinem Kinde, deſſen auffallende Neigung für den ſchö⸗ nen Officier ſelbſt ihm nicht verborgen geblieben war.

Hans fühlte ſich von einer Centnerlaſt befreit, als er dieſes Haus hinter ſich hatte, und eilte beflü⸗ gelt durch die Straßen hinaus in das Freie, um allein

zu ſein, allein mit ſeinem klopfenden Herzen.