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Nachbarn war nur von den Intereſſen ihres Standes die Rede— Alles, was außer denſelben lag, exiſtirte nicht ſür ſie: bei Feſten und Jagden und in trauter Geſellſchaft lebten ſie im edlen Sichſelberbegnügen, ohne jemals nach Fremdem zu fragen.
Der Sinn der Baronin war zwar nicht ſo excluſiv als der ihres Gemales, und ſie ſorgte für ihre Un⸗ terthanen bis zu dem Geringſten hinab, als eine rechte Mutter, ſo daß Niemand Noth leiden und im Man⸗ gel ſchmachten durfte, während ſie im Ueberfluſſe lebte. Das war aber auch Alles. Hans, der ſich in allen Dingen nach dem Vater zu richten pflegte, hatte deſſen ganzen Stolz und die Selbſtachtung ſeines Standes in ſich aufgenommen und ſtand im ſtolzen Sinne mit Gut und Blut für die Ehre ſeines Hauſes.
Da kam Joachim von Brandach und erzählte ihm von der Außenwelt, von dieſem glänzenden, bun⸗ ten Treiben in der Reſidenz, welches Alles dem un⸗ erfahrenen Junker wie Märchen klang; da ſchilderte er ihm das Leben in dieſer neuen Welt, die Vergnü⸗ gungen und Zerſtreuungen, die dort im füßen Taumel Herz und Sinne berücken— in ihren berauſchenden Strudel reißen— und ſeitdem hatte Hans eine heim⸗
liche Sehnſucht nach der Reſidenz nicht wieder über⸗
wunden.


