Arvid und ſchlang ſeinen Arm um Hildur.
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Du ſo viel hältſt, an Dich ergeht. Dieſer Unglücks⸗ fall war ein ſchlimmer Vorbote, der für mich nichts Gutes bedeutet.
„Arvid!“
Mehr ſagte Hildur nicht; aber er fühlte ein paar warme Thränen auf ſeine Hände fallen, und ein Gefühl von Reue, welches aus einer innern eren Stimme entſprang, erwachte in ſeiner Bruſt.
„Vergib, vergib, ich bin egoiſtiſch,“ flüſterte
„Wenig gefehlt, iſt ſchnell vergeben,“ antwortete Hildur ſanft.
Sie ſezten ſich beide auf den Sopha, und einige Augenblicke verfloſſen unter dem Austauſch von Zärt⸗ lichkeitsbezeugungen.
Selma trat mit Licht herein. Sie trug eines in jeder Hand, ſo daß der Schein davon auf ihr An⸗ geſichhel welches unbeſchreiblich hübſch war.
„Schau nur, Hildur, wie liebenswürdig Selma ausſieht,“ ſagte Arvid und betrachtete ſeine Couſine mit freudeſtrahlenden Augen.
Hildurs Herz überkam es unerklärlich kalt, und eine eigenthümlich traurige Beklemmung lagerte ſich auf ihrer Seele. Es war gleichſam eine dunkle Ahnung irgend eines Leidens, eines bittern Schmerzes.
Hildur vermochte ſich all' dieſer unerklärlichen Be⸗ trübniß nicht zu entſchlagen; aber ſie wäre lieber ge⸗ ſtorben, ehe ſie Etwas davon hätte verlauten laſ⸗ ſen. Sie ſtand deßhalb auf, und Arvid, welcher mit Selma zu ſcherzen anfing, ſchien nicht darauf Acht zu geben, daß ſie das Zimmer perließ.


