Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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und Freunde meiner Tante wußten es ſo einzurich⸗ ten, daß die Sache niedergeſchlagen und jene in der Stille begraben wurde,“ antwortete Klara.

„Und was iſt Ihre Meinung, Frau Scheller: war die Aſſeſſorin in Wirklichkeit ſchuldig?“ fragte der Lieutenant.

„Ach! Herr Lieutenant in dieſem Fall wage ich i meine Meinung auszuſprechen. Das Ein⸗

zige, was ich mit einem Eide bekräftigen wollte, be⸗ ſteht darin, daß Helene vollkommen unſchuldig iſt; aber Gottes Gerechtigkeit, wird einmal noch die Un⸗ ſchuld an den Tag bringen.“

Klara ſchaute gedankenvoll vor ſich nieder.

„Und wie ſteht es denn mit dem niederträchtigen Neffen?“

„Er iſt noch Notar, verſieht ſeinen Dienſt ganz pünktlich, erwarb ſich Geld durch eine Heirath und iſt nachdem er mit großem Eifer als Helenens An⸗ kläger aufgetreten war, überall umhergelaufen, um zu

klären, ſie ſei die Schuldige, obſchon die Mutier des

Verbrechen auf ſich genommen habe, um bie Tochter

zu retten.“

„Wie iſt er in der Geſellſchaft angeſehen?“

„Als ein Narr, der zwiſchen zwei Hauptleiden⸗ ſchaften, dem Eigennuz und der Eiteikeit hin⸗ und her⸗ gezogen wird; außerdem als ein dummer Großſpre⸗ cher und Liebhaber von ſtarken Getränken, wenn er von Andern eine Einladung erhält. Er wird allge⸗ mein verlacht, nirgends reſpectirt, wohl aber wegen

ſeiner Habgier und Aufſchneiderei verachtet.“

„Wußteſt Du ſchon, daß Frau Kahn auf Hans⸗