Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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aus Furcht, an der Seite eines geliebten Gatten von Dir vergeſſen zu werden, Dich zu einer Verbin⸗ dung ohne Liebe überredete und Dir dadurch ein freudenleeres, leidenvolles Leben bereitete.— O, ich fühle, daß ich gefehlt, daß ich ſchrecklich gegen Dich gefehlt habe; aber ſiehſt Du, Kind, ich liebte Dich ſo ſehr, wie niemals ein menſchliches Herz geliebt hat. Deine Liebe allein zu beſizen, war für michf nothwendiger als die Luft; ſie mit Jemand theilen zu müſſen, erregte meine Verzweiflung, und ich würde an dem Tage geſtorben ſein, da Du ſie aus⸗ ſchließlich Deinem Gatten hingegeben hätteſt.— Ach, mir gebrach es an dem Muth, zu verzichten, und darum habe ich ſo viel, ſo viel zu ſühnen.“

„Der Auftritt, welcher nun folgte, war herzer⸗ greifend. Nachdem die Aſſeſſorin, in einem Taumel von Liebe und Schmerz, ſich aus den Armen ihrer Tochter geriſſen hatte, ging ſie auf ihr Zimmer und bat mich, ihr zu folgen. Sie ſchickte nach meinem Mann einem Geiſtlichen, dem Richter, welcher die gegen Helene anhängige Unterſuchung zu führen hatte, ſo wie dem Arzte, welcher Kahn behandelt hatte. Sie alle fanden ſich bei ihr ein, obſchon ſie nicht wenig erſtaunt waren, mitten in der Nacht berufen zu werden.

„Hier, in Gegenwart derſelben, erklärte die Aſſeſ⸗ ſorin ſich als diejenige, welche den Kapitän vergiftet hätte, um ihre Tochter von einer unglücklichen Ehe zu befreien. Ihr Bekenntniß wurde zu Protokoll genommen, und ſie bat nun, bis zum folgenden Tage in ihrer Wohnung bleiben zu dürfen; dann würde ſie bereit ſein, ſich vor dem Richterſtuhl einzufinden,