Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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35 Kapitän lächelte bitter, ließ aber einen Juriſten rufen. Das Herz des Notars klopfte, und er ſprach tief gerührt von ſeiner Ergebenheit, ſeiner Zärtlichkeit u. ſ. w., von ſeinem Schmerze, den geliebten Oheim ſo unglücklich durch eine Frau ſehen zu müſſen, welche ſeiner Güte und Liebe ſo unwürdig wäre. „Der Kapitän gab auf dieſes Alles keine andere Antwort, als: „Mein lieber Reinhold, Du wirſt in meinem Teſtamente nicht vergeſſen werden, ſei deßhalb ohne

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Sorgen, aber jezt verlaß mich. „Das Teſtament wurde gemacht, aber Niemand erfuhr Etwas von deſſen Inhalt. 5

„Mit dem Kapitän ging es einige Tage beſſer, und ſeine Herzlichkeit gegen Helene verdoppelte ſich. Ja er bezeigte ſogar ſeiner Schwiegermutter eine gewiſſe Freundlichkeit, obwohl dieſe nicht ſehr em⸗ pfänglich dafür war.

„So verfloß eine Woche, als der Kapitän eines Abends, nachdem er in Geſellſchaft ſeiner Frau und der Aſſeſſorin eine Taſſe Thee getrunken hatte, wie⸗ der an Magenſchmerzen erkrankte, welche aber dieß⸗ mal viel heftigerer und gewaltſamer Natur waren⸗ Es wurde ein Arzt herbeigerufen. Bei ſeinem Ein⸗ tritt rief ihm der Kapitän, während er ſich in furcht⸗ barem Kampfe mit ſeinen körperlichen Leiden wand und krümmte:

„Sagen Sie mir aufrichtig, Herr Doctor, was halten Sie für die Urſache meiner Krankheit?“ Der Doctor betrachtete das Angeſicht ſeines

Patienten genau, machte einige Fragen und erklärte