Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Wenn das Volk es wagt, ſich ſeinem Willen zu widerſetzen, dann ſindet er das im höchſten Grade un⸗ gehörig, wenn er nicht einen forſchenden Blick auf die Vergangenheit wirft, um dort die Urſachen zu finden.

Ein Fürſt von unerſättlicher Herrſchſucht und königlichem Egoismus ſetzt in ſolchen Fällen Gewalt gegen Gewalt. Er ſucht mit Schwert und Blut die Aufruhrsflamme zu erſticken und das Freiheitsgefühl zu unterdrücken. Er beſiegt die Volksbewegung, oder geht unter, immer aber behält er bei den Stempel des Herrſchers.

Iſt er dagegen von ſchwachem Charakter, ſchwan⸗ kend in ſeinen Entſchlüſſen und von mildem Gemüth, wie Ludwig der Sechszehnte, dann geht er einen andern Weg. Durch Nachgeben und Inconſequenzen glaubt er der augenblicklichen Gefahr und den trau⸗ rigen Folgen der unklugen und ungerechten Hand⸗ lungen, durch welche die revolutionären Bewegungen hervorgerufen wurden, ausweichen zu können. Bei der Nachricht, daß Paris in Waffen, die Baſtille, dieſeZwingburg des Abſolutismus, zer⸗ ſtört, die Beſatzung derſelben gefangen und ihr Gou⸗ verneur getödtet ſei, verlor Ludwig gänzlich den Muth. Er beeilte ſich, ſich in die Arme der kurz vorher von ihm verrathenen Nationalverſammlung zu werfen, um Schutz und Hilfe zu verlangen.

Als der König am 15. Juli in die National⸗ verſammlung eintrat, wurde er mit düſterem Schwei⸗ gen empfangen.

Man wendete hierauf Mirabeaus Worte an:

Das Schweigen der Völker iſt eine Mahnung für die Könige.