Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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ihre Seele und verſchönert die Arbeit, während er es iſt, für den ſie arbeitet.

Ja, ſagte Harald und blickte ſeine Frau mit unbeſchreiblicher Zärtlichkeit an: ich habe, mit meiner Proſa, mit meiner Liebe zu der Wirk⸗ lichkeit, ein Weib zur Gattin bekommen, welches mit ihrem Geiſt und ihrer lebensfriſchen Poeſie eine reizende Anmuth über das häusliche Leben verbreitet und es zu einem Paradies macht.

Da jetzt Jeder ſein Loos preiſt, ſo habe ich auch Luſt, das meinige zu preiſen, fiel Göran ein. Ich bin im Begriff, mich in das blinde Mädchen auf Elinge zu verlieben. Und wir wollen mal ſehen, ob ich nicht am Klügſten daran thue, eine Frau zu nehmen, die meine Fehler und Mängel nicht ſehen kann.

Erlands und Urdas Ankunft unterbrach für eine Weile das Geſpräch.

Nachdem man Kaffee getrunken, ſagte Göran:

Wenn ich daran denke, welch glückliches Ende Eure Emancipationspläne genommen, ſo kann ich ein Gefühl der Dankbarkeit nicht unterdrücken, weil das Schickſal der Familie auf Elinge ein trau⸗ riger Beweis dafür iſt, wie unglücklich es immer endet, wenn das Weib ſeine Rolle vergißt, der He⸗ rold des Friedens hier auf der Erde zu fein, und ſtatt deſſen durch ſeinen Ehrgeiz und durch ſeine Neigung, ſich in die Geſchäfte des Mannes zu miſchen, Streit, Zwiſt und Kummer verbreitet.

Ein ſolches Beiſpiel haben wir in der Mutter des blinden Mädchens. Sie hat durch ihren Ehr⸗ geiz und unruhigen Geiſt die ganze Familie in Glend