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— Calla! träume ich, oder biſt Du es wirklich? Calla ſtand am Fenſter und backte, von einem Mädchen unterſtützt.
Bei dieſem Ausruf blickte ſie auf, erröthete und nickte Harald zu; aber ehe ſie ein Wort ſagen konnte, war Harald in der Backſtube.
Calla war ſichtbar verlegen; alles dieſes war gerade nicht geeignet, einem eitlen Mädchen, wie ſie, irgend eine Freude über den Beſuch einer Perſon zu verurſachen, in deren Augen ſie gern hätte hübſch erſcheinen wollen.
— Harald, komm nicht hierher,— bat Calla, halb lächelnd, halb verdrießlich;— gehe hinauf, ich werde gleich nachkommen,— fügte ſie hinzu.
— Oh nein; laß mich einen Augenblick hier bleiben und zuſehen———
— Wie wir backen?— fiel Calla ein, welche aus dem Ausdruck im Blick eine Fortſetzung ahnte, welche das Mädchen nicht hören durfte.
— Wir ſind übrigens fertig; und während der Brodteig reift, kann ich ſchon abweſend ſein.
Harald ging hinauf in den Saal. Eine Viertel⸗ ſtunde darauf trat Calla elegant umgekleidet und von Jugend und Geſundheit ſtrahlend ein.
Harald ging ihr entgegen, ergriff ihre beiden Hände und ſagte:
— Calla, theure Calla, kannſt Du mir verzeihen?
— Was?
— All das Unrecht, das ich Dir gethan,— alle die Vorurtheile, welche ich gegen Dich gehegt.
— Sind ſie jetzt geſchwunden? Schwartz, Die Emanecipations⸗Manie. II. 12


