41¹
dem Beſuche, den Napoleon dieſer Erziehungsanſtalt abſtattete:
Der Kaiſer beſuchte haͤufig die Infanterieſchule zu St. Cyr, muſterte die Cadetten und gab ihnen kalte Küche in dem Park; allein die Reitereiſchule hatte er ſeit ihrer Errichtung noch nie beſucht, was uns nicht wenig in den Kopf ſtach, und wir thaten alles Moͤgliche, um ihn herbeizulocken. So oft er jagte, ſtanden die Zoͤglinge in großer Parade auf dem Par⸗ terre und ſchrieen mit ihrer ganzen jugendlichen Kraft „vive l'empereur!“ Er luͤpfte ſeinen Hut, als er an ihnen voruͤberging; allein dieß war alles, was wir erhalten konnten. Kluge Leute fluͤſterten uns zu, er werde nicht hingehen, ſo lange wir ihn ſo augen⸗ ſcheinlich erwarten; er moͤchte uns ſtets auf der Hut erhalten; dieß ſey fuͤr die Disciplin gut. Der Ge⸗ neral nahm einen andern Plan an und verbot, ir⸗ gend ein Lebenszeichen um das Schloß herum zu aͤußern, waͤhrend der Kaiſer voruͤberging— es glich einem oͤden Platze. Allein auch dieß half nichts; er ging voruͤher, als ob kein Schloß da waͤre. Dieß war zum Verzweifeln; aber ſiehe! ſchon den zweiten Tag, nachdem ich mit ihm geſprochen hatte, gallo⸗
pirte er ploͤtzlich in den Hof des Schloſſes und der
Ruf der Schildwachen:„Pempereur!“ war der erſte Wink, den ſie von ſeiner Gegenwart erhielten. Er
unterſuchte Alles. Alle trugen ihre pewoͤhnliche Haus⸗
kleidung, alle waren an der Arbeit, und dieß war
1


