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Was die erſte Abſicht betrifft,— naͤmlich die, das ruſſiſche Heer zu einem allgemeinen Treffen zu zwingen, ſo muß Jedermann wiſſen, daß die Fe⸗ ſtung Smolensk und der Fluß Dnieper zwiſchen Na⸗ poleon und dem ruſſiſchen Heere waren, als ſeine Be⸗ wegung ſtatt hatte. Wenn daher gleich die Heere ein⸗ ander nicht allein im Geſichte hatten, ſondern ſogar bloß einen Flintenſchuß von einander entfernt waren, ſo war es doch Napoleon unmoͤglich, den Feind in dieſer Stellung, ohne deſſen Einwilligung, zu einer Schlacht zu bewegen; und da der Boden fuͤr das ruſſiſche Heer nicht vortheilhaft geweſen waͤre, und ein unguͤnſtiges oder ſelbſt zweifelhaftes Reſultat Smolensk nicht haͤtte retten koͤnnen, auch kein hin⸗ laͤnglich wichtiger Grund vorhanden war, der den ruſ⸗ ſiſchen General haͤtte bewegen koͤnnen, ſich der Gefahr eines unguͤnſtigen Reſultates einer allgemeinen Schlacht auszuſetzen, ſo war es nicht ſehr wahrſcheinlich, daß er in die Falle gegangen ſeyn wuͤrde, die ihm, nach Segur, gelegt geweſen war.
Auch war es nicht wahrſcheinlich, daß Napoleon Smolensk durch irgend einen Angriff, den er auf die⸗ ſen Platz zu machen, durch dieſe Bewegung in den Stand geſetzt wurde, nahm. Er hatte kein ſchweres Geſchuͤtz und vergeblich ſuchte er den Platz mit Sturm, zuerſt durch ein Bataillon, dann durch eine Diviſion, und endlich durch die ganze Armee, zu nehmen. Er


