14
von Neapel dagegen benahm ſich nicht aufrichtiger; denn St. Cyr hatte nicht ſobald das neapolitaniſche Gebiet verlaſſen, um ſich nach Norden zu begeben, als der Koͤnig, durch deſſen Abweſenheit ermuthigt, ſeine Truppen wieder auf den Kriegsfuß ſetzte und 12,000 Ruſſen, die von Corfu, und 8,000 Englaͤnder, die von Malta kamen, mit offenen Armen aufnahm.
Haͤtte dieſe Streitmacht bei Eroͤffnung des Feld⸗ zugs Venedig beſetzt, ſo wuͤrde ſie dem Erzherzog Karl in der Bekaͤmpfung von Maſſena ſehr nuͤtzlich geweſen ſeyn. Die Erſcheinung derſelben im Novem⸗ ber am aͤußerſten Ende der italieniſchen Halbinſel diente nur dazu, das Schickſal Ferdinands des Vier⸗ ten zu beſtegeln. Auf die Nachricht von dem Waffen⸗ ſtillſtande bey Auſterlitz ſchäfften ſich die Ruſſen und Britten wieder ein, und nicht lange nach ihrem Ab⸗ gange kam eine ſtarke von Joſeph Buonaparte beſeh⸗ ligte franzoͤſiſche Armee heran, um den Beſchluß, nach welchem die koͤnigliche Familie von Neapel zu regieren aufhoͤren ſollte zu vollſtrecken. Der Koͤnig und die Koͤnigin entzogen ſich dem Sturm, den ſie aufgeregt hatten. Ihr Sohn, der Kronprinz, dem ſie den Thron uͤberließen, machte von ſeiner temporaͤren Gie⸗ walt keinen andern Gebrauch, als daß er Gaera, Pes⸗ earg und Neapel ſelbſt mit ſeinen feſten Burgen dem franzoͤſiſchen General uͤbergab. In Calabrien dagegen⸗ wo die wilden Einwohner ſich unter das franzoliſche Joch nicht beugen wollten, verſuchten Graf Roger von


