117 naparte ſann darauf, dieſe neue Kriegsſitte in einem noch groͤßern Maßſtab auszufuͤhren, aus ſeinen Ge⸗ fangenen geordnete Schuaren zu bilden und dieſelben zu oͤffentlichen Arbeiten zu verwenden. Seine Rechts⸗ gelehrten meinten, dergleichen ſey dem Volkerrechte zuwider. Dieß wuͤrde vermieden worden ſeyn, wenn man bloß Freiwillige in Anſpruch genommen haͤtte, und zugleich waͤre auch der Auſchein verſchwunden, als ob man ſich jenen barbariſchen Zeiten wieder naͤhern wolle, wo der Gefangene der Sclave des Siegers wurde. Allein der Nationalcharakter wuͤrde in den meiſten Faͤllen einen ſolchen Gedanken unausfuͤhrbar machen. Als man ſpaͤter die ſpaniſchen Gefangenen auf dieſelbe Weiſe gebrauchen wollte, ergriffen viele von ihnen die Flucht, oder lehnten ſich gegen ihre Dienſtherren auf. Ein franzoͤſiſcher Soldat wuͤrde eben ſo bei einem eng⸗ liſchen Herrn einen ſchlechten Knecht abgeben, und ein
engliſcher Kriegsgefangener ſich noch weniger als ein ſolcher gebrauchen laſſen. Die Vortheile einer kom⸗ parativen Freiheit wuͤrden in beiden Faͤllen durch das Gefuͤhl einer perſoͤnlichen Unterwurfigkeit aufgewogen werden. 4
Als die oͤſterreichiſchen Generale vor den franzoͤſt⸗ ſchen Kaiſer gelaſſen wurden, benahm er ſich mit vieler Artigkeit gegen Klenau und andere Maͤnner von Ruf, die er in den italieniſchen Feldzuͤgen kennen gelernt. Aber er klagte uͤber die Politik ihres Hofes, durch die er, wie er ſagte, ohne zu wiſſen warum, zum Kriege


