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jeder Hinſicht ein in der Revolution emporgekommener
Mann, folglich den Bourbons eben nicht gewogen. Als er jedoch aus aufgefangenen Briefſchaften das Verhaͤltniß
erſah, in welchem Pichegru ſeit dem Jahre 1795 mit
der verbannten Koͤnigsfamilie ſtand, ſo ſchwieg er
daruͤber, bis Pichegru einige Monate ſpaͤter mit ſeiner
Partei am 168ten Fructidor erlag und das Direktorium von Barras, La Reveilliere und Reubel zu Stande
kam. Nach dieſer Periode ſcheint die Vermaͤhlung
Moreau's mit einer, der Sache der Bourbons ergebe⸗
nen Dame großen Einfluß auf ſeine politiſchen An⸗
ſichten gehabt zu haben.
Moreau, der ſeinem Kollegen, Buonaparte, am 18ten Brumaire ſein Schwerdt und das Gewicht ſeines Amſehens geliehen hatte, konnte ſich in den immer weiter ſtrebenden Ehrgeiz des neuen Beherrſchers von Frankreich bald nicht finden und beide wurden ſich allmaͤhlig fremde. Indeſſen lag die Schuld davon nicht an Buonaparte, der, um einen ſo großen Gene⸗ ral fuͤr ſich zu gewinnen, ihm jede Aufmerkſamkeit bewies und ſich uͤber die Kaͤlte, mit der ſie aufgenom⸗ men wurde, beklagte. Einſt erhielt der erſte Konſul ein paar praͤchtige Piſtolen.—„Dieſe kommen eben recht,“ ſagte er, indem er ſie Moreau uͤberreichte, der ſo eben ins Audienzzimmer trat. Der letztere nahm dieſe Hoͤflichkeit ſo auf, wie einer, der gerne damit verſchont geblieben waͤre, erwiederte ſie mit einer kalten Verbeugung und trat ſoſort ab.


