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leon's nach der Univerſalherrſchaft nicht ohne Grund eiferſuͤchtig auf die ferneren Plane des franzoͤſiſchen Herrſchers geworden, und verlangte Buͤrgſchaften we⸗ gen der Eingriffe, die ſie befuͤrchtete— Buͤrgſchaf⸗ ten, deren Gewaͤhrung er unter ſeiner Wuͤrde hielt. Viele widerſtreitende Anſpruͤche waren eroͤrtert wor⸗ den, und da Buonaparte in der engliſchen Nation gleichſam ſeinen perſoͤnlichen Feind ſah, ſo fing dieſe hinwiederum an, ſeine Macht mit der Ruhe von Eu⸗ ropa und der Unabhaͤngigkeit Großbritanniens fuͤr ganz unvertraͤglich zu halten. Nach der Meinung Napoleon's nahmen ſich die engliſchen Kraͤmer und Handwerker, wie er ſie nannte, in Beziehung auf die eu⸗ ropaͤlſchen Angelegenheiten weit mehr heraus, als ih⸗ nen zukam. Er fuͤhlte etwas aͤhnliches wie Haman, als er den Mardochai vor der Koͤnigspforte ſitzen ſah; er fand kein Behagen mehr, ſo lange Großbritannien einen ſo hohen Rang unter den Nationen behauptete und es verſchmaͤhte, ihm ſeine Ehrfurcht zu bezeigen. Das engliſche Volk dagegen betrachtete ihn als ei⸗ nen uͤbermuͤthigen und ſtolzen Unterdruͤcker, der, wenn nicht die Macht, ſo doch den Willen hatte, Großbri⸗ tannien aus der Reihe der Nationen zu vertilgen und in ſchmaͤhliche Feſſeln zu legen.
Als daher beide Nationen ſich zu gegenſeitigem Kampfe erhoben, benahmen ſie ſich wie zwei Streiter, deren Wuth durch gegenſeitige Vorwuͤrfe und Her⸗ ausforderungen auf das Hoͤchſte geſteigert iſt, und jede


