110
Soldaten verliehen werden ſollte. Ehe er daher ei⸗ nen ſo gewagten Schritt that, der, waͤre es auch nur Schanden halber, großen Widerſtand hervorrufen mußte, ſuchte Buonayarte durch jedes ibm zu Ge⸗ bot ſtehende Mittel die von ihm geſchaffene Regie⸗ rung zu beſeſtigen. 3 Die Armee ward mit Sorgfalt neu geſtaltet und
ſo viel wie moͤglich zu der ſeinigen gemacht. Die franzoͤſiſchen Soldaten, die in der Macht Napoleon’s das Werk ihrer Siege ſahen, waren im Ganzen ge⸗ nommen ſeiner Sache ergeben, ungeachtet des Nuh⸗ mes von Moreau, der unter ihnen noch manche An⸗ haͤnger zaͤhlte. Die Konſulargarde, ein bevorrechte⸗ tes und auserleſenes Truppenkorps, ward auf die Anzahl von ſechstauſend Mann gebracht. Dieſe furcht⸗ baren Legionen, die aus allen Waffengattungen be⸗ ſtanden, waren nach und nach errichtet und den ſoge⸗ nannten Guiden nachgebildet worden, einer Schaar, deren ſich Buonaparte in ſeinen erſten italleniſchen Feldzuͤgen zunaͤchſt zur Sicherung ſeiner eigenen Per⸗ ſon gegen herumſtreifende feindliche Truppen, die einigemal nahe daran waren, ihn aufzuheben, bedient hatte. Die weit zahlreicheren Garden ſollten dage⸗ gen auch weit mehr leiſten. Als auserleſene, beſſer beſoldete und in mancher Hinſicht bevorrechtete Sol⸗ daten hatten ſie vor der ganzen Armee etwas voraus. Wenn die uͤbrigen Truppen Mangel litten, wurden die Garden noch immer ſo gut es anging verpflegt


