65 verſchiedenen Regierungen mich zwar oft um einen Rath befragt, denſelben aber nicht befolgt und zu⸗ weilen meinen Namen mißbraucht haben, um ihre Privatzwecke durchzuſezen. Allein ich kann es nicht laͤnger geſchehen laſſen, daß Ihr Euch unter ein⸗ ander zerfleiſcht— ich widerrufe meinen Entſchluß, neutral zu bleiben. Ich unterziehe mich dem Ge⸗ ſchaͤft, Eure Streitigkeiten zu vermitteln, aber auf eine kraͤftige Weiſe, wie es ſich fuͤr die große Nation ziemt, in deren Namen ich zu Euch ſpreche.“
Dieſer beleidigende Ton, in welchem der erſte Konſul, ohne alle Aufforderung, und als gewaͤhrte er eine Gunſt, es auf ſich nahm, die willkuͤhrlichſte Gewalt uͤber ein freies und unabhaͤngiges Volk aus⸗ zuuͤben, laͤßt ſich auch am Schluſſe des Manifeſts vernehmen. Es wird den Schweizern befohlen, eine Deputation nach Paris zu ſenden, die ſich mit dem erſten Konſul zu berathen habe; zulezt heißt es, wie Buonaparte das Recht habe, zu erwarten, daß keine Stadt, keine Gemeinde, keine Corporation es wagen werde, gegen die Maßregeln, die er fuͤr die geeignetſten halten moͤchte, Einſprache zu thun. um dieſem Manifeſt, das wohl jeder Schulknabe haͤtte widerlegen koͤnnen, Nachdruck zu geben, ruͤckte Ney auf verſchiedenen Punkten mit einer Armee von 40⁰,000 Mann in die Schweiz ein. Da bei der Erſcheinung einer ſo uͤberlegenen
Macht an keinen Widerſtand mehr zu denken war, W. Scott's Werke, XLII, 5


