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Licht zu ſtellen, ließ er 8 oder 9000 ruſſiſche Gefan⸗ gene, zum Zeichen ſeiner perſoͤnlichen Achtung fuͤr den Karakter des Kaiſers, neu kleiden und bewaff⸗ nen, und ſezte ſie auf freien Fuß.
Auf noch geheimere und ſkandaldſere Weiſe ſoll er das Intereſſe dieſes ungluͤcklichen Fuͤrſten dadurch an ſich gefeſſelt haben, daß er eine talentvolle, ſchoͤne franzoͤſiſche Schauſpielerinn von Paris ausdruͤcklich nach Rußland abſandte, um ſeine Neigung zu ge⸗ winnen. Durch dieſe zuſammentreffenden Umſtaͤnde veranlaßt, begann jezt Paul, ſich offen als einen warmen Freund Frankreichs und einen erbitterten Feind von England zu geben. In erſterer Eigen⸗
ſchaft ließ er ſich die unwuͤrdige Schwaͤche beigehen,
den Ueberreſten der Familie Bourbon die bisherige Gaſtfreundſchaft aufzukuͤndigen, und ſie aus Mittau, wo ihnen bisher ein Aufenthalt geſtattet war, zu verweiſen.
Um ſeinem Groll gegen England freien Lauf zu
laſſen, gab Paul dem glaͤnzenden Plane Gehoͤr, nach
welchem Buonaparte beabſichtigte, Britanniens Macht in Oſtindien zu zerſtoͤren, was er vergeblich durch den Beſiz von Egypten gehofft hatte. Dieſer Plan ſollte nun durch die vereinigten Heere von Frank⸗ reich und Rußland ausgefuͤhrt werden, die ſich durch das Köonigreich Perſien nach dem brittiſchen Indien durchſchlagen ſollten; der Plan zu einem ſolchen Feld⸗
zug war ernſtlich im Werke. 45,000 Franzoſen wa⸗
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