*
97
dadurch die Ungnade desjenigen zu, der an die Ver⸗ eitlung ſeiner Entwuͤrfe ſo gar nicht gewoͤhnt war.
Die Verſuche, Huͤlfe nach Aegypten zu ſchaffen, wurden noch mißlicher durch den Fall von Malta, das nach einer zweijaͤhrigen Blokade ſich endlich am 13ten September 1800 an die Englaͤnder ergeben mußte. Jezt waren die Englaͤnder im Beſiz einer ſtarken, faſt unbezwinglichen Feſtung, eines treffli⸗ chen Hafens und eines zu einer Seeſtation von der groͤßten Wichtigkeit in jeder Hinſicht geeigneten Po⸗ ſtens. Sie hatten ſich, was die Hauptſache iſt, deſ⸗ ſelben Punktes bemaͤchtigt, durch welchen Napoleon ſeine Verbindung mit Aegypten, die jezt mehr als je gefaͤhrdet war, hatte vermitteln wollen.
In anderer Hinſicht ward der Verluſt von Malta fuͤr Napoleon hinwiederum vortheilhaft. Kaiſer Paul, der ſich zum Großmeiſter des Maltheſerordens er⸗ klaͤrt hatte, glaubte deßwegen Anſpruͤche auf dieſe Inſel machen zu koͤnnen, obſchon er aber, nachdem er ſich von der Coalition getrennt und die gemein⸗ ſchaftliche Sache aufgegeben hatte, von England eine ſo wichtige, durch deſſen Waffen bewirkte Eroberung mit Recht nicht fordern konnte, ſo fuͤhlte ſich dieſer leidenſchaftliche Fuͤrſt doch hoͤchſt beleidigt, als Eng⸗ land ſich gegen ihn nicht willfaͤhrig zeigte, und ließ
es demſelben, wie wir in der Folge ſehen werden entgelten.
—
W. Seotz's Werke. N.I. 7


