8 46 die franzoͤſiſche Grenze zuruͤckzog. Am I1ten Mai ruͤckte Melas in Nizza ein und ſchickte ſich nun an, den planmaͤßigen Einfall in Frankreich auszufuͤhren. Am 14ten griffen die Oeſterrelcher den General Suchet, der zur Deckung des franzoͤſiſchen Gebiets ſeine Stellung am Var concentrirt hatte, abermals an; da aber Melas nicht durchdringen konnte, ſo traf er Anſtalt, den Var weiter oberhalb zu uͤber⸗ ſchreiten und dadurch die Stellung von Suchet zu umgehen.
Allein am 21ſten Mai erhielt der oͤſterreichiſche Veteran eine Nachricht, die ihn bewog, von allen weitern Operationen gegen Suchet abzuſtehen und nach Italien zuruͤckzugehen, um einen weit furcht⸗ barern Gegner zu bekaͤmpfen. Er erfuhr, daß der erſte Konſul Frankreichs uͤber den St. Bernhard ge⸗ gangen, und durch das Thal von Aoſta geſchluͤpft ſey, und Piemont und das Mallaͤndiſche mit einer Invaſion bedrohe. Dieſe Kunde war eben ſo uner⸗ wartet als niederſchlagend; die Artillerie, das Ge⸗ paͤcke, die Vorraͤthe von Melas, ſeine Verbindungs⸗
linien mit Italien waren allzumal dieſem ſo ploͤtz⸗
lich erſchienenen Gegner preisgegeben, der, obgleich man ſeine Staͤrke nicht genau kannte, doch ſtark ge⸗ nug ſeyn mußte, um die zur Deckung der Grenze zuruͤckgelaſſenen vereinzelten Truppen nach einander aufzureiben. Zog nun Melas ins Piemonteſiſche ge⸗ gen Buongparte, ſo konnte er ſich nicht laͤnger mit


