5 41 Oeſterreicher nichts ausrichten ließ und gar kein Feld⸗ zug Statt finden konnte, uͤber den Albaredo fortzu⸗ ſchaffen. 8
Inzwiſchen fertigte der erſtaunte Kommandant von Bard, dem die Erſcheinung einer ſo zahlreichen Armee wie das Werk eines Zauberers vorkam, einen Boten nach dem andern an Melas, der damals vor Genua ſtand, ab, um ihm zu melden, es ſey eine Armee von mehr als 30,0co Franzoſen die Alpen herabgekommen, auf Wegen, die man bisher zu ei⸗ nem Heereszuge fuͤr ganz untauglich gehalten, haͤtte das Thal von Aoſta beſetzt und ſey damit beſchaͤftigt, ſich einen Weg uͤber den Albaredo zu bahnen. Da⸗ bei verſprach er jedoch ſeinem Obergeneral, daß nicht Eine Kanone, nicht Ein Munitionswagen durch die Stadt kommen ſollte, und ſchloß aus dem Umſtande, daß, da der Albaredo fuͤr die Artillerie nicht zugaͤng⸗ lich ſeyt, Buonaparte, ſeines Geſchuͤtzes beraubt, es nicht wagen werde, in die Ebene von Italien vorzu⸗ brechen.
Der Kommandant ſchloß zwar folgerecht, aber aus falſchen Vorderſaͤtzen. Die franzoſiſche Artillerte war bereits unter den Kanonen der Cidatelle und, ohne von dieſer aus bemerkt zu werden, durch die Stadt gegangen; man hatte zu dieſem Zwecke die Straße vorher mit Erde und Dung belegt, worauf die Kanonen, mit Stroh und Baumzweigen zugedeckt, von der Mannſchaft in tiefſter Stille fortgezogen


