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ſowohl nach monarchiſchen, als nach deſpotiſchen Grund⸗ ſaͤtzen, aufgefuͤhrt hatte, mußte er zunaͤchſt die Staats⸗ aͤmter mit Maͤnnern beſetzen, die der neuen Ord⸗ nung der Dinge hold waren; und er ließ ſich dieß auch ſehr angelegen ſeyn. Er wollte ſeine Dienſt⸗ maͤnner ſelbſt waͤhlen, und ſetzte ſich darum ganz uͤber den von Sieyes aufgeſtellten Grundſatz hinweg, nach welchem alle Staatsdiener aus den Verzeichniſſen ge⸗ zogen werden ſollten, die von den drei Klaſſen des hierarchiſch eingetheilten Frankreichs angef wa⸗ ren. Ohne das Eintreffen dieſer Wahlliſten aer war⸗ ten, einzig nach ſeinem Gntduͤnken und dem ſeiner Rathgeber, der zwei neuen Konſuln, verfahrend, er⸗ nannte Buonaparte ſechzig Senatoren, die hinwiede⸗ rum hundert Tribunen und dreihundert Geſetzgeber ernannten; und ſo wurden alle Staatsbehoͤrden durch eine Wahl beſetzt, die von der vollziehenden Gewalt ausging, ſtatt daß ſie mehr oder weniger unmittel⸗ bar vom Volke haͤtte geſchehen ſollen.
In der Ausuͤbung der Vorrechte, die er ſich ſelbſt beigelegt hatte, zeigte der Oberkonſul— wie wir ihn fortan nennen werden— eine Maͤßigung, die eben ſo ſchlau als verſoͤhnend war. Er wollte den Schein vermeiden, als habe er ſeine Stellung ein⸗ zig ſeinem militaͤriſchen Karakter zu verdanken; er legte es im Gegentheil darauf an, ſich mit einer Par⸗ tei zu umgeben, in welcher der vorherrſchende Karak⸗ ter der Individuen, wie er auch geweſen ſeyn mochte,


