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40. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 11. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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alle Gebrechen eines morſchen aſiatiſchen Reiches ein⸗ fuͤhren, wo der Sultan oder Mogul, oder wie man ihn nennen mag, in ſeinem Harem ſchaelgt, waͤhrend ſeine Veziere oder Stellvertreter alle oͤffentlichen Ge⸗ ſchaͤfte ausſchließlich treiben.

Ueber dieſes Machwerk entruͤſtet, ſagte Buona⸗ parte:Wer moͤchte ein folches Amt ubernehmen, bei dem man nichts zu thun haͤtte, als mit einem Mil⸗ lionen betragenden Einkommen ſich wie ein Schwein zu maͤſten? Oder wie koͤnnte ein Mann von Geiſt ſich mit der Ernennung von Miniſtern befaſſen, de⸗ nen er nachher nicht das Mindeſte zu ſagen haͤtte? Und Ihre beiden Konſuln, von denen der eine mit Richtern, Geiſtlichen und Civiliſten, der andere mit Militaͤrs und Diolomaten umgeben iſt, in wei⸗ chem Verhaltniſſe ſtehen ſie zu einander? Der eine wird Geld und Rekruten verlangen, der andere bei⸗ des verweigern. Durch eine ſolche Trennung noth⸗ wendig verbundener Gewalten wuͤrde die Regierung aller Einheit ermangeln; der Staat waͤre nur noch ein Schattenbild, ohne Bedeutung und Wuͤrde.

Sieyes, der bei allen ſeinen uͤbrigen Talenten doch die Gabe der Ueberredung und der alzzeit ferti⸗ gen Antworten nicht beſaß, wurde zum Stillſchweigen gebracht und eingeſchuͤchtert; ſein geliebter Großwaͤh⸗ ler und ſeine zwei Konſuln oder Veziere wurden ver⸗ worfen, ohne daß er etwas Erhebliches zur Rettung derſelben vorgebracht haͤtte.