38
Sie folgten ihm wie im Traume; aber Denon hatte bereits jene Maſſe von Meſſungen, Zeichnungen, Manuſcripten und Gegenſtaͤnden von antiquariſchem und wiſſenſchaftlichem Intereſſe in Sicherheit gebracht, die ihn nachmals in den Stand ſetzte, das glaͤnzende Werk zu vollenden, das jetzt die einzigen bleibenden oder nuͤtzlichen Fruͤchte der denkwuͤrdigen Expedition von Aegypten enthaͤlt.
Die beiden Fregatten waren noch nicht weit vom Ufer entfernt, als ſie von einer engliſchen Corvette recognoscirt wurden,— ein Umſtand, der von uͤbler Vorbedeutung ſchien. Allein Buonaparte ſprach ſei⸗ nen Gefaͤhrten Muth ein, indem er ſich, wie er zu thun pflegte, auf ſeinen guten Stern berief.„Wir Mwerden gluͤck lich durchkommen,“ ſagte er;„das
„Gluͤck wird uns nicht verlaſſen; wir werden, dem
„Feind zum Trotze, wohlbehalten an Ort und Stelle „kommen.“
Um den engliſchen Kreuzern zu entgehen, fuhren die Fregatten an der Kuͤſte von Afrika hin, mit ſo unguͤnſtigem Winde, daß ſie in zwanzig Tagen nur hundert Seemeilen zuruͤcklegten. Auf dieſer langwie⸗ rigen Fahrt las Buonaparte bald in der Bibel, bald in dem Koran, und ſchien ſich mehr mit der Ge⸗ ſchichte der Lander, die er hinter ſich ließ, abzugeben, als auf die Rolle zu denken, die er in dem Lande, wohin ſeine Reiſe gerichtet war, ſpielen wollte. Sie wagten es endlich, nordwaͤrts zu ſteuern, und liefen
——


