31 Schweizergebirgen nach dem Lago di Como hinablau⸗ fen. Die Velteliner beſtehen aus ungefaͤhr 160,000 Seelen. Sie ſprechen Italieniſch, und ſind groͤßten⸗ theils/ katholiſch. Dieſe Thaͤler waren zu dieſer Zeit dem Schweizerkanton Graubuͤnden unterworfen, nicht als ob ſie einen Theil des Bundes ausgemacht, oder deſſen Rechte genoſſen haͤtten, ſie ſtanden ſammt und ſonders zu der Schweizergemeinde, wie Vaſallen zu ihren Oberherrn. Dieſe Lage der Knechtſchaft und Abhaͤngi eit war hart, und an ſich entehrend; es iſt daher nicht zu verwundern, wenn, waͤhrend alle Nationen umher zum Genuſſe von Freiheit und Un⸗ abhaͤngigkeit gerufen wurden, die Bewohn er Veltelins die Schweizergarniſonen aus ihren Thaͤlern vertrieben, ſich zu der italieniſchen Freiheit bekannten, und ihre Beſchwerden uͤber die Unterdruͤckung ihrer deutſchen und proteſtantiſchen Herrn zu den Fuͤßen Buonaparte's legten.
Die Bewohner Veltelins hatten unbeſtreitbar das Recht, ihre natürliche Freiheit zu behaupten, die ſich nichts vorſchreiben laͤßt; aber nicht fo klar iſt es, wie die Franzoſen nach dem Vo oͤlkerrecht ein Rrcht anſpre⸗ chen konnten, zwiſchen ihnen und den Graltbündnern ins Mittel zu treten, mit welchen ſie, fo wie mit der ganzen Schweiz, in tiefem Frieden lebten. Dieſe Be⸗ denklichkeit ſchien ſelbſt Buonaparte gekommen zu ſeyn; er gab jedoch vor, anzunehmen, daß die mallaͤndiſche Regierung ein Recht zur Einmiſchung haͤtte; und


