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Hoffnungen wurden auf ihn von Allen um ihn her gebaut, und noch hatte er ſie nicht zerſtoͤrt. Er war in der Bluͤthe der Jugend, und mit dem Weibe ſeines Herzens verbunden. Vor allen aber hatte er jene glühende Hoffnung, die ihn zu noch hoͤherer Macht führen ſollte; er hatte noch nicht gewahrt, daß Beſitz Ueberdruß bringt, und daß alle irdiſchen Begierden und Wuͤnſche wenn ihnen Genuͤge gethan, in Eitelkeit und Unruhe des Geiſtes endigen. Die verſchiedenen Gegenſtaͤnde, welche waͤhrend dieſer großen, jedoch luſt⸗ reichen Zwiſchenzeit Buonaparte's Geiſt beſchaͤftigten, waren die Angelegenheiten Genua's, Sardinien's, Nea⸗ pel's, der cisalpiniſchen Republik, Graubuͤndens, und ſchließlich bei weitem die wichtigſte der endliche Frie⸗ densſchluß mit Oeſterreich, der die Vernichtung der Unhabhaͤngigkeit Venedig's mit ſich brachte.
Genua, die ſtolze Nebenbuhlerin Venedig's hatte nie dieſelbe dauernde Wichtigkeit, wie ihre Schweſter⸗ Republik, erhalten; allein der genueſiſche Adel, der immer noch die von Andreas Doria feſtgeſetzte Regie⸗ rung beibehielt, hatte noch mehr Nationalgeiſt und einen kriegeriſchern Sinn bewahrt. Die Nachbarſchaft Frankreichs und die Macht ſeiner politiſchen Grund⸗ ſaͤtze hatte unter den Buͤrgern der mittlern Klaſſe eine Partei aufgebildet, die ſich den Namen der Moran⸗ diſten gab, von einem ſo benannten Klubb, deſſen Auf⸗ gabe war, die Oligarchie zu ſtuͤrzen und die Regierung zu revolutivniren. Der Adel war ihr natuͤrlicher Geg⸗


