15 Weiſung ihr Gutachten dem großen Rathe vorlegten, und mittlerweile bereits die Aufloͤſung ihrer Regierung und die Unterwerfung ihrer Stadt damit begannen, daß ſie ihre Flotte abtakelten, und ihre Soldaten ab⸗ dankten.
Endlich verſammelte ſich der große Rath am 3. Mai.
Der Doge hatte ſich ſo eben in einer pathetiſchen Rede uͤber die aͤußerſte Noth, in welche der Staat ge⸗ kommen, zu verbreiten angefangen, als unordent⸗ liche Schuͤſſe aus Feuergewehren gerade unter den Fen⸗ ſtern des Stadthauſes fielen. Alle ſchraken auf in hoͤch⸗ ſter Beſtuͤrzung. Einige meinten, die Slavonier pluͤn⸗ derten die Stadt; einige, die niedern Volksklaſſen haͤtten ſich gegen den Adel erhoben; wieder andere meinten, die Franzoſen waͤren in Venedig eingerückt, und in der Pluͤnderung und Zerſtoͤrung der Stadt begriffen. Die er⸗ ſchrockenen und furchtſamen Rathsherren unterſuchten den wirklichen Grund dieſer Stoͤrung nicht naͤher, ſon⸗ dern draͤngten ſich gleich Schaafen auf dem ihnen an⸗ gewieſenen Wege fort. Sie eilten, ihre alte Regie⸗ rung alles Anſehens zu berauben, und ihr Dodes⸗ urtheil zu unterſchreiben,— ſie thaten noch Alles hinzu,⸗ was das Opfer für Buonaparte genehmer machen konnte — ſie trennten ſich in großer Verwirrung, allein mit der Ueberzeugung, die beſten der ihnen zur Daͤmpfung der Unruhen zu Gebot ſtehenden Maßregeln getroffen zu haben, indem ſie den Wuͤnſchen der vorherrſchen⸗


