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che, dieſe Schanzen, noch ehe ſie fertig würden, mit ſeinem Geſchuͤtze wegzufegen, ſo daß es die Verſamm⸗ lung hoͤren koͤnne. Nichts waͤre in der That leichter geweſen, als die Lagunen gegen einen Feind zu ver⸗ theidigen, der ungeachtet der Prahlereien Napoleon’s, auch nicht ein einziges Boot hatte. Allein eine Aeb⸗ tiſſin oder ein Nonnen⸗Konvent waͤre durch dieſen Vorſchlag kaum mehr in Verlegenheit gekommen, als dieſe entarteten Edlen. Doch ein Gefuͤhl der Scham behielt noch die Oberhand, und der Senat, obgleich vor den Folgen ſeines Befehls zitternd, wies dem Admiral an, zum Werk zu ſchreiten. Gleich nach der Ausfertigung dieſes Befehls ertoͤnte der Kanonen⸗ donner diesſeits und jenſeits;— die venetianiſchen Kanonenboͤte feuerten auf den Vortrab der franzoͤſi⸗ ſchen Armee, der bei Fufina zum Vorſchein kam.
Um einen ſo ominoͤſen Laͤrm zu beſchwichtigen wurden zwei Bevollmaͤcheigte abgefertigt, um bei dem franzoͤſiſchen bergeneral Fuͤrſprache zu thun; damit kein Aufenthalt entſtuͤnde, wollte der Dogs ſelbſt uͤber das Reſultat Bericht erſtatten.
Der große Rath ward am Iſten Mai wieder zuſam⸗ menberufen; todtenbleich und außer Faſſung erklaͤrte der Doge, es gebe kein anderes Rettungsmittel, als die Aufnahme einiger demokratiſchen Elemente in b. e Verfaſfung unter der Leitung des Generals Buonaparte; d. h. die ganze Staatsverfaſung von Benedig ſolite zu den Fuͤßen des Siegers niedergelegt und von ihm


