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poleon verſichert, ſie haͤtten dort mit dieſen gewichtigen Gruͤnden Eingang gefunden. Das Direktorium, durch zehn Millionen Franken, die von Venedig in Wech⸗ ſelbriefen nach Paris abgingen, gewonnen, ertheilte ſeinem General in Italien den Befehl, den alten Se⸗ nat und die Ariſtokratie zu verſchonen. Allein der Be⸗ richt uͤber dieſe Verhandlung und uͤber die Vertheilung der uͤberſchickten Gelder kam mit andern Briefſa aften, die zu Mailand aufgefangen wurden, in die Haͤnde Napoleons. Die Regierungsmitglieder, die durch dieſe Urkunde der Beſtechung und der Unterſchlagung von Staatsgeldern uͤberfuͤhrt werden konnten, mußten ſchweigen, und Buonaparte nahm es auf ſich, die erhal⸗ tenen Befehle durchaus nicht zu beachten, zunaͤchſt unter dem Vorwande, daß dieſelben nicht in der gehoͤrigen Form abgefaßt ſeyen.
Der Senat von Venedig„ durch die aͤußerſte Ge⸗ fahr, in der er ſich befand, mehr betaͤubt als aufge⸗ regt, war am 3oſten April in den Gemaͤchern des Doge in einer geheimen Sitzung verſammelt, als von dem Befehlshaber der venetianiſchen Flotille die Meldung ein⸗ ging, daß die Franzoſen in der Niederung zunaͤchſt den Lagunen, Schanzen aufwuͤrfen— Lagunen nennt man die ſeichten Kanaͤle, durch welche die kleinen In⸗ ſeln, auf denen die amphibienartige Beherrſcherin des adriatiſchen Meeres erbaut iſt, von einander und von dem Feſtlande geſchieden werden.— Der wackere Seemann erbot ſich zugleich in ſeiner ſchlichten Spra⸗


