Teil eines Werkes 
38. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 9. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

123

ſtuͤtzung erhalten, und ſich in den neuen italieniſchen Republiken ſelbſt neue Streitkraͤfte geſchaffen hatte. Er benahm ſich zu jener Zeit mit einer Freimuͤthig⸗ keit und mit einer Eigenmaͤchtigkeit, die dem volks⸗ thuͤmlichſten General unter der Herrſchaft von Dan⸗ ton und Robespierre ohne allen Zweifel den Kopf gekoſtet haben waͤrde. Allein, ooögleich nur allmaͤh⸗ lig, und in ſtetem Widerſtreit mit dem einſt ſo all⸗ maͤchtigen und noch immer ſehr bedeutenden demo⸗ kratiſchen Einfluß erworben, war die Macht Napole⸗ on's in der That ſehr groß, wie dann der Einfluß, den ein ſiegreicher Feldherr auf ſeine Soldaten aus⸗ uͤbt, fuͤr die Regierung uͤberall furchtbar wird, wo das Intereſſe des Krieges nicht auf das innigſte mit dem des Staatsbuͤrgers verknuͤpft iſt.

Man muß aber nicht glauben, daß Napoleon oͤf⸗ fentlich jenen Geiſt der Unabhaͤngigkeit gezeigt habe, den das Direktorlum zu fuͤrchten ſchien, und der daſ⸗ ſelbe, wie er ſelbſt verſicherte, beſtimmt hat, die Ope⸗ rationen der Rheinarmeen ſo lange zu vertagen. Er verwahrte und behauptete im Gegentheile die Rechte der Republik auf die entſchiedenſte Weiſe. Zum Beweiſe mag Folgendes dienen: Die Oeſterreicher hatten, in Hoffnung einer guͤnſtigen Aufnahme, und als Zugeſtaͤndniß von Wichtigkeit, das Friedensin⸗ ſtrument mit der Erklaͤrung eingeleitet, daß Seine kaiſerliche Majeſtaͤt die franzoͤſiſche Republik in ih⸗ rem gegenwaͤrtigen Zuſtande anerkenne.