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unter den Fluͤchtlingen der kaiſerlichen Familie ſich auch die Erzherzogin Marie Louiſe befand, die als ein Kind von fuͤnf bis ſechs Jahren ſich vor eben dem boͤſen General ſehr gefuͤrchtet hahen mag, dem ſie ſpaͤter in einer aͤhnlichen Kriſe ihre Hand zu rei⸗ chen beſtimmt war.
Die wohlhabenden Buͤrger riefen einmuͤthig nach Frieden. Der Feind war noch vierze hn bis fuͤnfzehn Tagmaͤrſche entfernt, auch hatte die Stadt, vielleicht zu ihrem Gluͤck, keine ſolchen Feſtungswerke, die ihr, zufolge der neuen Kriegsweiſe, auch nur einen ein⸗ taͤgigen Widerſtand erlaubt haͤtten. Auch im Kabi⸗ nett ſtimmte eine Parthei fuͤr den Frieden; mit Ei⸗ nem Worte, diejenigen, die Vieles zu verlieren hat⸗ ten und darum um ſo furchtſamer waren, erhielten die Oberhand uͤber diejenigen, die, es mochte kom⸗ men, wie es wollte, zu einem hartnaͤckigen und ent⸗ ſchloſſenen Widerſtande riethen. Es bedurfte noch mancher Lektion, um die Voͤlker, wie die Herrſcher zu uͤberzeugen, daß es beſſer iſt, Alles aufs Spiel zu ſetzen und ſogar Alles zu verlleren, als ſich in ei⸗ nen Zuſtand zu fuͤgen, worin man zu verſchiedenen Seiten und nach und nach, ſogar unter dem Vorwande der Freundſchaft und des Wohlwollens, ausgezogen wird. Der Aſt eines Baumes, der mit Gewalt zu⸗ ruͤckgebogen wird, erhaͤlt leicht ſeine natuͤrliche Lage wieder, iſt er aber ſo ſchwach, daß er dem Drucke


