3²
Die Lage der Franzoſen wurde kritiſch, und, was noch ſchlimmer war, die Soldaten merkten es. Sie klagten, daß ſie die Laſt des Krieges allein tra⸗ gen, eine Armee nach der andern bekaͤmpfen und zu⸗ letzt unter den ſtets wiederholten, unermuͤdlichen Anſtrengungen der Oeſterreicher erliegen muͤßten. Buonaparte ſuchte dieſe Klagen, ſo gut er konnte, zu beſchwichtigen, und verſprach, daß die Eroberung von Italien durch die Niederlage dieſes Alvinzi in der kuͤrzeſten Zeit beſiegelt werden ſolle; er nahm auch die ganze Kraft ſeines Genies zuſammen, um ein entſcheidendes Gefecht, herbeizufuͤhren, worin er von ſeinen eigenen Talenten und dem durch ſo viele Siege geſtaͤhlten Muthe ſeiner Armee, trotz aller Ueberlegenheit des Feindes, den Sieg erwartete. Allein es war keine leichte Aufgabe, eine Angriffs⸗ weiſe zu erſinnen, die auch nur einige Hoffnung ei⸗ nes gluͤcklichen Erfolges gab. Ging er in noͤrdlicher Richtung auf dem rechten Etſchufer vorwaͤrts, um Davidowich aufzuſuchen und zu vernichten, ſo mußte er feine Linie an der Etſch ſchwaͤchen, und Alvinzi konute ſodann einen Uebergang erzwingen und Man⸗ tuag entſetzen. Daß aber die Hoͤhen von Caldiero, welche die oͤſterreichiſche Hauptmacht beſetzt hatte, unangreifbar ſeyen, war bereits durch eine traurige Erfahrung bewieſen. In dieſer Verlegenheit gerieth der franzoͤſiſche
General


