144 — fͤhrt, die ſie zu leiten ſcheint, und die Landſchaft ven⸗ dunkelt, die ſie erhellen zu ioͤnnen vorgibt! Wer würde nicht geſagt haben, daß ich der ge faͤhrlichſte Feind Ru⸗ Uards waͤre, deſſen Feindſchaft ſich durch eine Heirath mit ſeiner Verwandten endigen wuͤrde? D och ſcheint es mir, daß eine Verhindung zwiſchen dieſem ritterli⸗ chen Grafen und der Dame, Freund dſch haft 3 lſch en Ri⸗ chard und Schottland ſtiften wird, das ihm ein viel gefaͤhrliche rer Feind iſt, als ich, da eine wilde Katze im Zimmer mehr zu fürchten iſt, als ein Loͤ ve in ei ner fernen Wuͤſte.— Dann aber,“ ſo fuhr er mit ſich ſelbſt zu ſprechen fort,„zeigte die Conſtellation, daß dieſer Gatte ein Chriſt ſeyn ſollte.— Ein Chriſt?“ wiederholte er nach einer Pauſe—„D Das gab zu der unſinnigen, fanatiſchen Hoffaung Anlaß, daß ich mei⸗ nem Glauben entſagen würde. Aber ich, der getreue Diener unſeres Propheten— mich ſollte es ent. aͤuſcht haben. Da liege, 1 myſt ſteriſche Rolle⸗ fuͤgte er hinzu, indem er ſie unter den Pfeiler einer Ottomanne ver⸗ barg.„Sonderbar ſind Beine Vora ausſagungen und ge⸗ faͤhrlich, da ſie, ſelbſt wenn ſie in Iich wahr ſind, auf Diejenigen, welche ihre Deutung entraͤthſeln wolen, den⸗ noch die Wirlung einer falſchen Prop) zeihung heroor⸗ bringen.— Was gibts, was wil das Puͤrſchlein?“
Er ſorach zu dem Zwerg Nebecdamus, der ſich von Fuürcht bewegt in das Zelt geſchlichen hatte, und deſſen ſonderbare, ungleichm aͤßigen Züze vor Entſetzen in die entſetzlichſte Haͤßlichkeit ausarteten— die Augen offen, den Mund geſpaltet, die Kaͤnde mit ihren knoö⸗ chernen unfoͤrmlichen Fingern wild aus oeſtrche
„Nun was gibts?“ ſagte der Sultan ernſt.
„Aocipe 1oc! ſeoͤhnte der Z werg.
„Wie, was ſagſt Du?“ frug der Sultan.
„Accipe hoc,“ erwiederte das ſchreckenbleiche Ge⸗
ſchbf—, das wahrſcheinlich nicht wußte, daß es dieſelben
Worte wiederhole, „Sör, ich bin nicht zu Thorheiten gelaunt.“ „Auch bin ich kein Thor mehr,“ ſagte der Zwerg,
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