Teil eines Werkes 
9. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 4. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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Ich will offen mit Dir reden, Editha, antwor⸗

tete der Koͤnig,wie ein Freund. Was wird Dir die⸗ 8 Ritter ſeyn, wenn er als Sieger die Schranken ver⸗ laͤßt? Mir? ſagte Editha, indem ſie vor Scham und Mißvergnuͤgen tief erroͤthete,was kann er mir mehr ſeyn, als ein geehrter Ritter, einer jeden Gnadenbezeu⸗ gung wuͤrdig, wie ſie ſelbſt die Koͤnigin Berengaria ihm erweiſen wuͤrde, wenn er ſie zu ſeiner Dame erwaͤhlt haͤtte, ſtatt einem unwuͤrdigeren Gegenſtand? Der nie⸗ drigſte Ritter darf ſich dem Dienſte einer Kaiſerin wid⸗ nen, aber der Ruhm ſeiner Wahl fuͤgte ſie ſtolz hin⸗ zu,muß auch ſein Lohn ſeyn.

Doch hat er Dir gedient und ſo viel fuͤr Dich ge⸗ litten, ſagte der Koͤnig.

Ich habe ſeine Dienſte mit Ehre und Beifall ge⸗ lohnt, und ſeine Leiden mit Thraͤnen, antwortete Edi⸗ tha.Haͤtte er eine andere Belohnung gewuͤnſcht, ſo wuͤrde er in ſeinem eigenen Rang geliebt haben.

Du wuͤrdeſt alſo das blutige Nachtkleid um ſeinet⸗ willen nicht getragen haben? ſagte der König.

So wenig, antwortete Editha,als ich von ihm verlangt hatte, ſein Leben bei einer That zu wagen, die mehr verruͤckt als ehrenvoll war.

Maͤdchen ſprechen immer ſo, ſagte der Koͤnig, aber wenn ihr Geliebter ſie hart draͤngt, ſo ſagen ſie ſeufzend, in ihren Sternen ſey es anders verhaͤngt wor⸗ den.

Ew. Majeſtaͤt hat mir jetzt ſchon zum zweitenmal mit dem Einfluſſe meines Horoſkops gedroht, erwie⸗ derte Editha mit Wuͤrde.Glaubt mir aber, mein gnaͤdigſter Herr, wie groß auch der Einfluß der Geſtirne ſeyn moͤge, ſo wird Eure arme Verwandte doch niemals weder einen Unglaͤubigen, noch einen obſcuren Abenteu⸗ rer heirathen. Erlaubt mir, auf die Muſik des Blondel zu horchen denn die Toͤne Eurer koͤniglichen Senuaunagen klingen doch kaum ſo lieblich fuͤr das

r.