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oder Harem ſtellt. Blondel ſpazierte vor der Thuͤre herum, und beruͤhrte von Zeit zu Zeit ſeine Leier auf eine Weiſe, welche ſelbſt die Afrikaner bewog, ihre elfenbeinernen Zaͤhne zu zeigen, ihre Geſichtszuͤge zu verziehen und ihre gellende, unnatuͤrliche Stimme vor Freude zu erheben.
„Was machſt Du da bei dieſer Heerde von ſchwar⸗ zem Vieh, 2 londel?“ ſagte der Konig,„warum gehſt Du nicht in das Zelt?“ 4
„Weil ich bei meinem Handwerke weder den Kopf noch die Finger entbehren kann,“ ſagte Blondel;„und dieſe ehrlichen Mohrenkerls drohen, mich Glied vor Glied zu zerhauen, wenn ich vordringe.“
„Gut, ſo gey' mit mir hinein,“ ſagte der Koͤnig, „ich will Dein Beſchützer ſeyn.“—
Demzufolge beugten die Schwarzen ihre Piken und Schwerdter vor dem Konig Richard, und ſchlugen die
Augen zu Boden, als waͤren ſie unwuͤrdig, ihn anzu⸗ fehen. Im Inneren des Zeltes fanden ſie den Thomas de Vaux im Geſpraͤch mit der Konigin.
Waͤhrend Berengaria den Blondel bewillkommte, ſprach Konig Richard eine Zeit lang geheim und allein mit ſeiner ſchenen Verwandten.
Endlich:„Sind wir noch immer Gegner, meine ſchoͤne Editha?“ ſagte er liſpelnd. 3
„Nein, mein gnaͤdigſter Herr,“ ſagte Editha, mit einer Stimme, die leiſe genug war, um die Muſik nicht zu unterbrechen.—„Niemand kann eine Feind⸗
ſchaft gegen Konig Richard im Herzen tragen, wenn
dieſer ſich zeigen will, wie er wirklich iſt, großmuͤthig
und edel ſowohl, als tapfer und ehrenwerth.“ Indem
ſie das ſagte, reichte ſie ihm die Hand. Der König
kuͤßte ſie, zum Zeichen der Verſohnung, und fuhr
dann fort..
„ Du denkſt, meine ſchone Nichte, mein Zorn in
dieſer Sache waͤre nur anſcheinend geweſen; aber Du
irrſt Dich. Die Strafe, welche ich dem Ritter aufer⸗
legte, war gerecht; denn er hatte das Heiligthum verra⸗


