15 ſchehen waren, gemeinſchaftlich, obſchon mit abwei⸗ chender Anrufung, zu beten.
Obſchon dieſe Handlung der Andacht in einer ſolchen Geſellſchaft verrichtet wurde, ſo war ſie doch der reine Ausbruch ſeines natuͤrlichen religioͤſen Pflicht⸗ gefühls, und hatte, wie gewoͤhnlich, die Wirkung, daß ſie ein Gemuͤth beruhigte, das durch eine ſo raſche Folgenreihe von Unfaͤllen tief erſchuͤttert worden war. Die aufrichtige und ernſthafte Annaͤherung des Chri⸗ ſten zum Throne des Allmaͤchtigen iſt am geeignetſten⸗ Troſt in Widerwaͤrtigkeiten zu verleihen; denn wuͤrden wir nicht die Gottheit mit unſern Gebeten verſpotten, wenn wir ſie durch Murren gegen ihre Beſchluͤſſe be⸗ leidigten, oder wie? waͤhrend unſere Gebete faſt in jedem Worte die Eitelkeit und Nichtigkeit der irdi⸗ ſchen Dinge in Vergleichung mit dem himmliſchen zu⸗ geſtehen, ſollten wir die Hoffnung hegen koͤnnen, den Herzenskündiger zu betruͤgen, indem wir wenige Au⸗ genblicke nach der Beendigung unſerer Andachtsüͤbun⸗ gen der Welt und den weltlichen Leidenſchaften er⸗ laubten, ihre ſtuͤrmiſche Herrſchaft in unſerer Bruſt zu erneuern; es gab und giebt vielleicht noch Perſo⸗ nen, die ſo widerſinnig ſind, daß ſie die irdiſche Lei⸗ deuſchaft, unmittelbar nachdem ſie ſich ernſt und feierlich an den Himmel gewendet haben, die Zuͤgel wieder ergreifen laſſen; allein Sir Kenneth gehoͤrte nicht zu dieſen. Er fühlte ſich getroͤſtet und geſtaͤrkt


