14 ſten die feierliche Aufforderung ertoͤnen ließ, welche die Mezzins des Morgens von dem Minaret jeder Mo⸗ ſchee herab donnern.
„Zum Gebet— zum Gebet! Gott iſt der allei⸗ nige Gott.— Zum Gebet— zum Gebet! Mahomed iſt der Prophet Gottes.— Zum Gebet— zum Gebet! Die Zeit flieht von uns.— Zum Gebet— zum Ge⸗ bet! Das Gericht iſt uns nahe!“
In einem Nu warf ſich jeder Muſelmann vom Pferde, wandte ſein Angeſicht gegen Mekka, und voll⸗ zog mit Sand eine Nachahmung jener Reinigungen, die ſonſt mit Waſſer vorgenommen werden muͤſſen, waͤhrend jedes Individuum, in kurzen aber inbruͤnſti⸗ gen Ausrufungen, ſich ſelbſt der Fuͤrſorge, und ſeine Suͤnden der Verzeihung Gottes und des Propheten an⸗ empfahl. Selbſt Sir Kenneth, deſſen Vernunft und Vorurtheile einen Anſtoß daran nahmen, daß er ſeine Reiſegefaͤhrten eine Handlung verrichten ſah, die er fuͤr Abgoͤtterei hielt, konnte nicht umhin, die Aufrich⸗ tigkeit ihres irregeleiteten Eifers zu achten. Ihre in⸗ bruͤnſtige Andacht reizte ihn unwillkuͤhrlich, Gebete in ei⸗ ner reineren Form gen Himmel zu ſenden; und er ver⸗
wunderte ſich zuweilen uͤber die ungewohnten Gefuͤhle,
die ihn bewegen konnten, mit denſelben Saracenen, deren heidniſchen Gottesdienſt er fuͤr ein Verbrechen hielt, welches das Land entehrte, in dem der Morgen⸗ ſtern der Erlöſung aufgegangen und hohe Wunder ge⸗


