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ſchwärzern wie Du, oder durch irgend ein anderes Mittel den Dieb anzeigen könnteſt, der meine Ehre alſo beleidigte. Was ſagſt Du? ha!“
Der Stumme ſchien gerne ſprechen zu wollen, murmelte aber nur jenen unverſtändlichen Laut, der ſeiner trüben Lage angemeſſen war, dann faltete er die Hände, ſah den König an, als verſtünde er ihn, und ſchuͤttelte zur Antwort auf ſeine Frage.
„Wie“ ſagte Richard mit freundiger Ungeduld, „willſt Du es unternehmen, mir dieſe Sache zu ent⸗ decken?“
Der nubiſche Sclave wiederholte dieſelbe Bewegung.
„ Aber wie ſollen wir einander verſtehen,“ ſagte der Kbnig.„Kannſt Du ſchreiben, guter Burſche?“
Der Sclave ſchüttelte wieder bejahend.
„Gib ihm ein Schreibzeug,“ ſagte der König.„Es war zwar in meines Vaters Zelt leichter zur Hand, als in dem meinigen— aber irgendwo muß es doch ſeyn, wenn dieſes glühende Klima die Tinte nicht ausge⸗ trocknet hat. Wahrhaftig dieſer Burſche iſt ein Juwel, ein ſchwarzer Diamant Neville.“
„Wenn ich es aufrichtig ſagen darf, mein gnaͤ⸗ digſter Herr.“ ſagte Neville,„und wenn ich ſprechen darf, wie ich es fühle, ſo iſt das nicht gut gehandelt. Der Mann müßte ein Hexenmeiſter ſeyn, und Hexen⸗ meiſter unterhandeln mit dem boſen Feinde, der den größten Nutzen davon hat, Unkraut unter den Wai⸗ tzen zu ſäen/ Spaltungen in unſern Rath zu bringen⸗
„Still Neville“ ſagte Richard,„ruf deinem nord⸗ ländiſchen Hunde zu, wenn er nah' an der Spur des Wildes iſt, und du kannſt hoffen, ihn zurückzurufen, aber glaube nicht einen Plantagenet aufhalten zu kön⸗ ven adenn er Hoffnung hat, ſeine Ehre wieder zu fin⸗
en.
Der Sclave, der während dieſer Unterredung ge⸗ ſchrieben hatte, was ihm ſehr leicht von Statten zu ge⸗ hen ſchien, ſtand nun auf, druͤckte ſeine Schrift an die
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