22 ihnen entdecken. Sein naͤchſter Gedanke war— und dies wird einigen Perſonen, ſchwerlich aber denjeni⸗ gen, die unter dem Hundsgeſchlechte Bekanntſchaften angeknuͤpft haben, etwas ſonderbar vorkommen— den Zuſtand ſeines treuen Roswal zu unterſuchen,
der, wie es ſchien, bey der Ausuͤbung der Pflicht, von der ſich ſein Herr hatte ablenken laſſen, toͤdtlich verwundet worden war. Er liebkoste das ſterbende Thier, das bis zum letzten Augenblicke getreu, ſei⸗ nen Schmerz uͤber der Freude zu vergeſſen ſchien, mit der ihn die Gegenwart ſeines Herrn erfuͤllte.
Er wedelte daher fortwaͤhrend mit dem Schwanze, und leckte ſeinem Gebieter die Hand, ſelbſt waͤhrend er durch ein dumpfes Winſeln zu erkennen gab, daß durch Sir Kenneths Verſuch, das Bruchſtuͤck der Lanze oder des Wurfſpießes, womit er verwundet worden war, aus ſeinem Koͤrper zu ziehen, ſeine Todesqual vergroͤßert wurde; dann verdoppelte er ſeine ſchwachen Liebkoſungen, als fuͤrchtete er, ſeinen Herrn daburch beleidigt zu haben, daß er ein Gefuͤhl des Schmerzes, den er ihm durch ſeine Huͤlfsleiſtung verurſacht hatte, an den Tag legte. Es lag etwas
in der Art, wie das ſterbende Thier ihm ſeine An⸗
haͤnglichkeit ausdruͤckte, das dem Gefuͤhle der Schande und Troſtloſigkeit, wodurch ſich Sir Kenneth nieder⸗ gedruͤckt fuͤhlte, einen bittern Beſtandtheil beimiſchte. Sein einziger Freund ſchien ihm nun gerade in dem Augenblicke entriſſen, in welchem er ſich die Verach⸗


