19 Euch achten, wie ich jeden tapfern Kreuzfahrer achte, wenn Ihr Euch nur fortbegebt.“
„Empfangt zuerſt dieſes koͤſtliche, aber unheilvolle Pfand,“ ſagte der Ritter, den Ring der Lady uber⸗ reichend, die jetzt ungeduldige Gebaͤrden zeigte.
„O nein! nein!“ ſagte ſie.„Behaltet ihn, behal⸗ tet ihn, als ein Zeichen meiner Achtung— meines Bedauerns, wollte ich ſagen. O geht, wo nicht um Euret⸗, doch um meinetwillen.“ 8
Fuͤr den Verluſt der Ehre, den ihre Stimme ihm angekuͤndigt hatte, faſt belohnt durch den Antheil, den ſie an ſeiner Sicherheit und Wohlfahrt zu nehmen ſchien, erhob ſich Sir Kenneth, warf einen fluͤchtigen Blick auf Edith, und zog ſich mit einer tiefen Verben⸗ gung zuruͤck. In demſelben Augenblicke trug jene jungfraͤnliche Verſchaͤmtheit, uͤber die Ediths ſtarke Gefuͤhle bisher triumphirt hatten, ihrer eits den Sieg davon; ſie eilte aus dem Gemache, loͤſchte waͤhrend des Gehens ihre Lampe aus, und ließ in Sir Ken⸗ neths Gedanken eine geiſtige und natuͤrliche Dunkel⸗ heit zuruͤck.
Ich muß Ihr gehorchen— dieß war der erſte Ge⸗ danke, der ihn aus ſeiner Traͤumerei aufweckte, und er eilte an den Ort, wo er in das Zelt gelangt war. Unter der Leinwand auf die Art, wie er hereingekom⸗ men war, durchkriechen, erforderte Zeit und Aufmerk⸗ ſamkeit. Er machte daher ſchneller eine Oeffnung, in⸗ dem er die linnene Wand mit ſeinem Dolche durch⸗ — 2..


