Teil eines Werkes 
8. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 3. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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n haben, daran war jetzt nicht zu denken. Er hatte gegen die Kriegszucht gefrevelt, und war nun ent⸗ ſchloſſen, wenigſtens die verfuͤhreriſchen Erwartungen zu verwirklichen, die ihn dazu verleitet hatten. Es war kein Licht da, um ihm zu zeigen, in was fuͤr ein Zimmer er eingefuͤhrt worden war Lady Edith befand ſich in der naͤchſten Umgebung der Koͤnigin von England und die Entdeckung, daß er ſo heimlich in das koͤnigliche Zelt geſchlichen war, konnte zu großem und gefaͤhrlichem Verdachte fuͤhren. Waͤh⸗ rend er dieſen unangenehmen Betrachtungen nach⸗ hing, und faſt zu wuͤnſchen begann, er moͤchte unbe⸗ merkt einen Ruͤckzug bewerkſtelligen koͤnnen, hoͤrte er weibliche Stimmen, die in einem benachbarten Zim⸗ mer, von dem er, wie es ihm daͤuchte, nur durch eine duͤnne Scheidewand getrennt ſeyn konnte, lach⸗ ten, fluͤſterten und ſprachen. Es brannten Lampen, wie er dieß aus dem daͤmmernden Lichte erkennen konnte, das ſich bis auf die Seite der Scheidewand verbreitete,

an der er ſich befand, und er konnte in dem anſto⸗ ßenden Zimmer Schatten von verſchiedenen ſitzenden und ſich bewegenden Geſtalten gewahren. Man kann es Sir Kenneth in ſeiner Lage nicht als Unhoͤf⸗ lichkeit auslegen, daß er eine Unterredung behorchte, bey der er in einem ſo hohen Grade betheiligt war. Nufe ſie Rufe ſie, um unſerer heiligen Jungfrau willen, rief eine dieſer lachenden Unſicht⸗ baren.Nebectamus, Du ſollſt zum Geſandten an