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„Es ſey ſo, mein koͤniglicher Bruder, ſagte Richard, und reichte ihm die Hand mit der ganzen Freimuͤthigkeit und Offenheit, die ſeiner raſchen, aber edeln Gemuͤthsart eigen war;„und bald werden wir Gelegenheit haben, dieſen tapſern bruͤderlichen Wettſtreit zu verſuchen.“
„Laßt dieſen edeln Herzog auch an der Freund⸗ ſchaft dieſes gluͤcklichen Augenblicks Theil nehmen,“ ſagte Philipp; und der Herzog naͤherte ſich halb muͤrriſch, halb willig, um einigen Vergleich mit ihm einzugehen.
„Ich achte die Thoren und ihre Thorheit nicht,“ ſagte Richard gleichguͤltig, und der Herzog kehrte ihm den Ruͤcken und entfernte ſich. Richard blickte ihm nach und ſagte:„es gibt eine Art von Gluͤh⸗ wurmsmuth, der ſich bloß bei Nacht zeigt. Ich darf dieſes Panier in der Dunkelheit nicht unbe⸗ wacht laſſen;— bei Tag wird es ſchon der bloße Blick des Loͤwen vertheidigen. Hier, Thomas von Gilsland, deiner Obhut vertraue ich die Fahne an— wache uͤber die Ehre Englands!“
„Englands Sicherheit iſt mir noch theurer,“ ſagte de Vaur„und Richards Leben iſt Englands Sicherheit.— Ich muß mit Eurer Majeſtaͤt in's Zelt zuruͤck, und das ohne weitere Zoͤgerung.“
„Du biſt ein rauher und anmaßender Kran⸗ kenwaͤrter, de Vaur,“ ſagte der König lachelnd, und dann fuͤgte er, ſich an Sir Kenneth wendend, hinzu:


