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ein Unrecht zu raͤchen, uͤber das er ſich beklagen zu duͤrfen geglaubt habe. Als der Erzherzog den Gaſt nicht ſah, an den er vorzugsweiſe ſeine Rede zu rich⸗ ten wuͤnſchte, ſo ſagte er laut: es ſey durchaus nicht ſein Wille, Zwietracht in dem Heere der Kreuzfahrer anzuſtiften, ſondern er habe bloß ſeine Privilegien und das Recht vertheidigt, mit dem Koͤnige von Eng⸗ land auf gleicher Stufe zu ſtehen, ohne ſein Panier, das er von Kaiſern, ſeinen Vorfahrern herleite, uͤber das eines bloßen Abkoͤmmlings der Grafen von Anjou ſtel⸗ len zu wollen. Hierauf ließ er ein Faß Wein herbeibrin⸗ gen und anzapfen, um die Umſtehenden zu bewirthen, die bei Trommelſchlag und Muſik manchen Becher ne⸗ ben der oͤſterreichiſchen Fahne leerten. Ddieſe unordentliche Scene hatte nicht ohne einen gewiſſen Laͤrmen ſtatt, der das ganze Lager aufregte. Die entſcheidende Stunde war nun gekommen, in welcher, wie der Arzt den Regeln ſeiner Kunſt zu Fol⸗ ge vorhergeſagt hatte, der koͤnigliche Kranke mit Si⸗ cherheit aufgeweckt werden konnte und der Schwamm zu dieſem Ende gebraucht wurde. Der Arzt verſicherte auch bald darauf den Baron von Gilsland, das Fie⸗ ber ſey gaͤnzlich von ſeinem Herrn gewichen, und ſei⸗ ne Conſtitution ſo ungemein kraftvoll, daß es nicht einmal, wie in den meiſten Faͤllen, einer zweiten Do⸗ ſis von der heilſamen Arznei beduͤrfe. Richard ſelbſt ſchien derſelben Meinung zu ſeyn; denn waͤhrend er ſich aufrichtete und die Augen rieb, fragte er den Ba⸗


