102 Koͤnig und Generaliſſimus unſers ganzen chriſtlichen Heeres waͤre.“
„Und ertragt Ihr das ſo geduldig und ſprechet ſo kalt davon?“ ſagte der Erzherzog.
„Eure Hoheit,“ antwortete Conrad,„es kann dem armen Margqnis von Montſerrat nicht in den Sinn kommen, gegen ein Unrecht zu kaͤmpfen, dem ſich ſo maͤchtige Fuͤrſten, wie Philipp von Frankreich, und Leopold von Oeſterreich, geduldig unterwerfen. Die Schmach, welcher Ihr Euch zu unterwerfen fuͤr gut findet, kann fuͤr mich keine Unehre ſeyn.“
Leopold ballte die Fauſt, und ſchlug heftig auf den Tiſch.
„Ich habe Philipp davon geſagt,“ rief er aus;
„ich habe ihm oft geſagt, daß es unſere Pflicht ſey⸗ die geringern Fuͤrſten gegen die Anmaßungen dieſes Inſulaners zu beſchuͤtzen—allein er antwortet mir ſtets mit kalten Ruͤckſichten auf ihre Verhaͤltniſſe, als Lehns⸗ herr und Vaſall, und erklaͤrt es fuͤr unpolitiſch, in die⸗ ſem Zeitpunkte einen offenen Bruch mit ihm herbeizu⸗ fuͤhren.“
„Die Welt weiß, daß Philipp weiſe iſt,“ ſagte Conrad,„und haͤlt ſeine Unterwerfung fuͤr Politik.— Was die Eurige betrifft, ſo koͤnnt Ihr allein Rechen⸗ ſchaft davon geben; allein ich zweifle nicht, daß Ihr wichtige Gruͤnde habt, Euch der engliſchen Herrſchaft
zu Unicrwerfen.— „Ich mich unterwerfen!“ rief Leopold voll Unwil⸗
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