79 bilde waͤhlen. Großmeiſter, ich will es Euch geſte— hen, ich habe einige Neigung zur morgenlaͤndiſchen Regierungsform gewonnen: eine reine und einfache Monarchie ſollte blos aus Köoͤnig und unterthanen beſtehen. Dies iſt die einfache urſpruͤngliche Einrich⸗ tung— ein Hirt und ſeine Heerde. Jene ganze in⸗ nerliche Kette von Lehnsabhaͤngigkeit iſt erkuͤnſtelt und falſch, und ich moͤchte lieber den Stab meines armen Marquiſats mit feſter Hand halten, und ihn nach meinem Belieben ſchwingen, als den Scepter eines Monarchen, der durch den Willen ſo vieler ſtolzen Fendalbarone, als unter der Landeshoheit Je⸗ ruſalems Laͤnder beſitzen, beſchraͤnkt und im Zaume gehalten wird. Ein Koͤnig ſollte frey auftreten koͤn⸗ nen, Großmeiſter, und nicht hier durch einen Gra⸗ ben, und dort durch eine Mauer,— hier durch ein Lehnsvorrecht, und dort durch einen gepanzerten Ba⸗ ron, der zu Vertheidigung deſſelben ſein Schwerdt in der Hand fuͤhrt, beſchraͤnkt ſeyn. Die Hauptſache nicht zu vergeſſen, ich ſehe wohl ein, daß Guy von Luſignans Anſpruͤche auf den Thron den meinigen vorgezogen werden wuͤrden, falls Richard wieder ge⸗ neſen und etwas bey der Wahl zu ſagen haben ſollte.“
„Genug,“ ſagte der Großmeiſter,„Du haſt mich von Deiner Aufrichtigkeit uͤberzeugt. Andere moͤgen dieſelben Geſinnungen nahren; aber welcher unter ihnen wuͤrde ſo frey, wie Conrad von Mout⸗


