4² dernen Muͤtze des Arabers zu ſehen, wodurch auch zum Theil eine Stirne verhuͤllt wurde, die hoch, glatt und frey von Runzeln war, wie die Wangen, da wo ſie unter dem Schatten ſeines langen Bartes geſehen werden konnten. Das Durchdringende ſeiner ſchwar⸗ zen Augen haben wir ſchon fruͤher bemerkt.
Der Praͤlat, uͤber ſein jugendliches Ausſehen be⸗
troffen, machte endlich einem Schweigen ein Ende, das der andere eben nicht gar ſchnell unterbrechen zu wollen ſchien, indem er den Araber fragte, wie alt er ſey. „Die Jahre gewoͤhnlicher Menſchen,“ ſagte der Saracene,„werden nach ihren Runzeln, die der Wei⸗ ſen nach jhren Studien gezaͤhlt. Ich wage es nicht, mich aͤlter zu nennen, als Einhundert Umwaͤlzungen der Hegira.*)“
Der Baron von Gilsland, der dieſe Worte buch ſtaͤblich nahm, und deßwegen glaubte, der Saracene behaupte, er ſey 100 Jahre alt, blickte mit zweifelhaf⸗ ten Blicken auf den Praͤlaten, der zwar El Hackim's Meinung beſſer verſtand, allein blos durch ein geheim⸗ nißvolles Kopfſchuͤtteln antwortete. Der Baron nahm
wieder eine wichtige Miene an, als er ihn, kraft ſei⸗
nes Amtes, fragte, was fuͤr ein Zeugniß er von ſei⸗ ner Geſchicklichkeit in der Heilkunde aufweiſen koͤnne.
») Er meinte, ſeine Kenntniſſe ſeyen der Art, daß ſie in hun⸗ dert Jahren hätten erlernt werden können.


